Vom ersten Augenblick unseres Lebens an, folgen wir zwei Urimpulsen des Lebens: der erste ist die Ausdehnung. Ausgreifend wächst der kleine Mensch heran und alles, was er dabei erlebt, wird in Kopf und Körper als Erfahrung gespeichert. So entwickelt er sich ins Leben hinein und alle Ebenen des Seins, die körperlichen, die emotionalen und die kognitiven, sind dabei untrennbar miteinander verwoben. Dieses Ausdehnen entspricht der Sehnsucht eines jeden Menschen, sich in seinem Leben auf seine ihm eigene Weise auszudrücken und ganz individuell nach Erfüllung zu suchen. Der zweite Impuls ist die Sehnsucht nach Beziehung und Verbundenheit. Der Mensch ist ein Beziehungswesen und gedeiht nur in der Resonanz anderer Menschen. Gerade am Anfang des Lebens ist er existentiell auf die ihn versorgenden Menschen angewiesen. Sind sie so, dass sie ihn nähren und schützen, kann der kleine Mensch Vertrauen in sich und die Welt entwickeln.

Es gehört aber leider zu den Realitäten einer jeden Kindheits- und Lebensgeschichte, dass Erfahrungen gemacht werden, in denen der Raum und die Beziehungen für unser Wachsen und Werden, teils oder phasenweise verletzend, wenig unterstützend oder gar zerstörerisch sind. Jedes Kind verfügt natürlicherweise über die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren und anzupassen, damit es notwendige nächste Entwicklungsschritte vollziehen kann. Dieser Anpassungsprozess ist, bis zu einem gewissen Maße, natürlich und für das Kind nicht nur zu verkraften, sondern auch ein wichtiger Erfahrungsraum, in dem Qualitäten entwickelt werden.

Sind  jedoch die unterdrückenden und unterdrückten Impulse zu stark, die Angst vor Bestrafung und Liebesentzug zu groß, die Möglichkeit zu vertrauen zu gering, dann stimmt die Balance zwischen Wachsen und Anpassen nicht mehr und das Kind fängt an, sich zu schützen und sich von den eigenen Gefühlen abzutrennen! Es verlernt eigene Wahrnehmungen ernst zu nehmen, gibt natürliche kindgemäße Impulse auf und paßt sich im Interesse des eigenen Weiterlebens an die Menschen, von denen es abhängig ist, an. Als Erwachsene/r setzt sie/er dann unbewußt so manche Überlebensstrategie der Kindheit zum eigenen Unglück fort, bis die Frage auftaucht, wessen Leben sie/er eigentlich lebt. Vieles, was zu einem selbstbestimmten Leben gehört, durfte nicht entwickelt werden und es fällt dann schwer das Leben nach eigenem Willen auszurichten.

Doch auch im Erwachsenen leben die zwei Urimpulse im Kern unseres Selbst weiter und die Lernfähigkeit bleibt erhalten. Sie ist eine kostbare Ressource und ermöglicht uns, auch weiterhin unser Leben wandelnd, wachsend und reifend zu gestalten.

 

In der Körperpsychotherapie, wie ich sie praktiziere, geht es im Wesentlichen immer um die Hinführung zur eigenen Erfahrung und zur Wahrnehmung der eigenen Empfindung im Sinne einer gesunden Ich-Entwicklung. Dann können nach und nach die defensiven Strukturen und Verhaltensweisen abgelegt und das Leben wieder aus der natürlichen Lebendigkeit eines guten Selbstvertrauens heraus, gestaltet werden.

Ich arbeite mit allen Themen, die der Unterstützung bedürfen.

Ziel ist immer die Persönlichkeitsentwicklung und der Blick nach vorne.

Dabei haben sich in meiner langjährigen Praxis zusätzlich einige Schwerpunktthemen entwickelt:

  • Erschöpfungszustände, Burn-out, Sinnkrisen, Depression
  • Themen des Vertrauens und des Mißtrauens
  • Themen des Selbstvertrauens
  • Themen der Frauen in der Lebensmitte
  • Traumen nach schwerer Erkrankung, nach Unfällen, Operationen und anderen Schicksalsschlägen
  • Alle Themen rund ums Muttersein: Mutter zu sein, stellt für eine Frau eine besondere Herausforderung dar. Von der anfänglichen, körperlichen Symbiose bis hin zur Verantwortung, das Kind fürs Leben zu befähigen und schließlich loszulassen, ist diese Beziehung ein weites Übungs- und Konfliktfeld. Vertrauen und Hingabe, aber auch Abgrenzung, Überforderung und Selbstaufgabe, bewußte und unbewußte Erwartungen an sich und das Kind und unterdrückte Gefühle spielen eine große Rolle