Ich möchte ich Sie einladen, sich kurz Zeit für die nachfolgenden Zeilen zu nehmen! Denn sich selbst und ihre aktuelle Situation vor dem Hintergrund ihrer Entwicklung zu sehen, kann ein erster wichtiger Schritt werden, sich zu verstehen....


Vom ersten Augenblick unseres Daseins an folgen wir zwei Urimpulsen : der erste Impuls ist die Ausdehnung. Wachsend und ausgreifend stoßen wir schon im Mutterleib buchstäblich an und alles, was wir dabei erleben, wird in Kopf und Körper als Erfahrung gespeichert! So entwickeln wir uns ins Leben hinein und alle Ebenen des menschlichen Seins, die körperliche, die emotionale und die kognitive sind dabei eng miteinander verwoben. Dieses Ausdehnen entspricht der Sehnsucht eines jeden Menschen, sich in seinem Leben auf seine ihm eigene Weise auszudrücken und ganz individuell nach Erfüllung zu suchen.

Der zweite Impuls ist die Sehnsucht nach Beziehung und Verbundenheit. Am Anfang unseres Lebens sind wir existentiell auf uns versorgende Menschen angewiesen. Sind sie so, dass sie uns nähren und schützen, kann ein Raum entstehen, in dem sich Vertrauen und und ein Gefühl für uns selbst entwickeln können. Der Körper ist der physische Kern und Träger unseres Selbst und ein fühlender und wertschätzender Kontakt zu uns Selbst ist die Vorraussetzung für ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben.

Warum erleben wir uns in unserem Leben oft so anders? Wir bemühen uns und strengen uns an und trotzdem!

Verstehe...

Es gehört zu den Realitäten einer jeden Kindheits- und Lebensgeschichte, dass Erfahrungen gemacht werden, in denen der Raum und die Beziehungen für unser Wachsen und Werden widrig oder verletzend und wenig unterstützend sind. Bis zu einem gewissen Maße besitzt ein Kind die Fähigkeit sich selbst zu regulieren und belastende Erfahrungen in sich abzutrennen, in dem es z.B. beginnt, sich von außen zu beurteilen und die Position der Erwachsenen einzunehmen. Es wird dann "vernünftig", es fühlt dann nicht mehr was es selbst fühlt, nimmt sich in all seinen eigenen Impulse zurück, um die Erwachsenen, von denen es abhängig ist, zu schonen oder zufreiden zu stellen. Eigenes natürliches und situationsgerechtes Fühlen und Ausdrücken von Angst, Wut, Trauer, Schmerz, Liebe und Lust werden zurückgehalten und notwendige Reifeschritte können nicht durchlebt werden. So entstehen all die Verhaltens-, Fühl-, Denk-, und Wahrnehmungsmuster, die uns von uns selbst entfremden und als Erwachsene beschränken.

 

Dieses Trennen von sich selbst und den eigenen Impulsen ist ein wichtiger Aspekt. Als Erwachsener hat man dann oft das Gefühl fremdbestimmt oder kontaktlos zu sein, Beziehungsschwierigkeiten haben hier oft ihren Auslöser.  In Phasen oder in bestimmten Situationen tauchen Gefühlen der Überforderung, mangelndem Selbstvertrauen und verschiedenen körperlichen und emotionalen Symptomen auf. Umgangssprachlich heißt es dann oft "Ich bin blockiert".

Wo ist die natürliche Lebendigkeit und die Ausdrucksfreude geblieben?

Wo der Mut und die Zuversicht  sein Leben zu gestalten?

Wo die Fähigkeit Beziehungen zu gestalten?

Mit der Körpertherapie steht uns ein effektiver Zugang und Weg zur Verfügung. Neben der Wahrnehmung des Körpers mit all seinen Empfindungen, gehört selbstverständlich auch das Gespräch zur Körpertherapie. Im Wesentlichen lebt ein fruchtbarer therapeutischer Prozess von der Hinführung zur eigenen, inneren Empfindung und vom Ausdruck des Erlebten. Wenn ich mit mir selbst in gutem Kontakt bin, bin ich auch fähig, mit anderen Menschen in einem liebenden und realistischen Kontakt zu leben. Selbstverständlich gibt es eine große Anzahl von Interventionen, um Sie auf Ihrem Weg zu unterstützen und ebenso selbstverständlich werden sie individuell angewandt.

Stärker als alle Techniken wirkt jedoch die vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten. 

Der therapeutischen Prozess ist eine Art Nachreifungsprozess. Kein Prozess ähnelt dem anderen. Er greift das Hier und Jetzt auf. So entsteht allmählich wieder ein Empfinden für sich selbst, abgetrennte Gefühle dürfen wahrgenommen und zugelassen werden, angehaltene und nicht vollendete Entwicklungsschritte nachgeholt werden. Wenn der fühlende Kontakt zu sich selbst wieder hergestellt ist und die Klienten erfahren und verstanden haben, dass sie sich adäquat ausdrücken können und dürfen, verfügen sie wieder über die Basis und die Ressourcen, ihr Leben und ihre Beziehungen so zu gestalten, dass sie aus innerer und äußerer Freiheit und Selbstbestimmung erwachsen. Natürlichkeit, Empathie, Interesse für andere Menschen und für die Welt enstehen ganz nebenbei, wenn auch die Wertschätzung und der Respekt für das eigene Leben wieder da sind. Das Gefühl und die Empfindung für sich selbst, weniger innerer Druck und die Lösung von muskulärer Spannung stellen sich oft spontan ein und neue Lebenskraft und Impulse für das eigene Leben entstehen.